Der E-Mail Dienst Securemail bietet via Tor-Netzwerk den sicheren und anonymen Versand von E-Mails an. Das funktioniert natürlich auch über mobile Endgeräte.

E-Mail via Tor mobil versenden und empfangen

Für Android gibt es den quelloffenen ‌Tor-Proxy‌ Orbot,‌ ‌der‌ ‌bei‌ entsprechend ‌gerooteten‌ ‌Android-Geräten‌ ‌die E-Mails und den‌ sonstigen Datenverkehr‌ ‌durch‌ ‌das‌ ‌Tor-Netzwerk‌ ‌leitet. ‌Wer ein Smartphone ohne ‌Root-Berechtigung für seine E-Mails nutzt, benötigt für den E-Mail Dienst von Securemail den ‌ebenfalls‌ ‌quelloffenen‌ ‌Browser‌ ‌Orfox. Dieser ‌wurde als quelloffener Android-Browser speziell‌ ‌für‌ Tor ‌optimiert und schützt die ‌Privatsphäre‌ ‌ausgezeichnet. Es ist auch ein Surfen mit ‌Orbot‌ und Orfox gemeinsam möglich. Um Orfox zu nutzen, startet der Anwender zunächst ‌Orbot‌ ‌und‌ stellt damit die Verbindung‌ ‌zum‌ ‌Tor-Netzwerk‌ ‌her. Von‌ ‌anderen‌ ‌Apps‌ aus ‌ist die Durchleitung nur mit ‌manueller Proxy-Einstellung‌ ‌möglich.‌ Von ‌Orbot‌ ‌gibt es für die E-Mails einen‌ ‌lokalen‌ ‌HTTP-Proxy‌ auf ‌Port‌ ‌8118‌. Er lässt sich auch für andere ‌Apps‌ ‌wie‌ ‌etwa ‌‌Twitter‌ ‌konfigurieren. ‌Wer den E-Mail Dienst Securemail über ‌‌Firefox‌ ‌Mobile‌ nutzen möchte, nutzt ein Add-On für den ‌‌SOCKS‌-Proxy‌ ‌von‌ ‌Orbot‌ ‌(hier ist es Port‌ ‌9050‌). Es gibt auch ‌Apps wie ‌‌ChatSecure‌ ‌und ‌‌Xabber‌,‌ ‌die für‌ ‌die‌ Anwendung ‌mit‌ ‌Orbot‌ ‌vorkonfiguriert sind.‌ Die erste stabile ‌‌Tor-Version‌ ‌für‌ ‌Android‌ ‌gibt es seit ‌Mai‌ ‌2019‌. Auch für das Apple‌-Betriebssystem ‌iOS‌ (‌ab‌ der ‌Version‌ ‌5.1)‌ gibt es einen ‌Onion‌-Browser‌. Diesen können sich Nutzer ‌kostenlos‌ ‌im‌ ‌App‌-Store‌ von Apple herunterladen. Die‌ ‌Quelldateien‌ ‌stehen ‌kostenlos‌ ‌auf‌ ‌‌GitHub‌ zur Verfügung.

‌Vorteile für den mobilen E-Mail Dienst von Securemail

Auch beim mobilen Zugang zu Tor für E-Mails, die über den E-Mail Dienst Securemail verschickt werden sollen, verschleiert das Tor-Netzwerk die IP-Adressen der Nutzer. Das ist sehr wertvoll. Normalerweise erfahren Betreiber von Webseiten, von welcher IP-Adresse aus sie aufgerufen werden. Das betrifft neben dem Versand von E-Mails auch das Surfen und das Nutzen von Apps oder Messengern. Der E-Mail Dienst Securemail bietet natürlich einen Zugang an. Dieser ist auch mit der App „Orbot“ möglich, die anschließend den Datenverkehr aller Apps über Tor leitet. Die App stammt vom „Guardian Project“, einer Non-Profit-Organisation. Der Zugang via Orbot funktioniert so:

  • #1 Orbot installieren: Bei diesem Schritt kommt von den Entwicklern der App eine Empfehlung für den alternativen Store „F-Droid“. Dort gibt es ein Menü (oben rechts drei Punkte), das es ermöglicht, die Paketquelle GuardianProject mit dem Glocken- und dem Lupensymbol zu aktivieren (=> zusätzliche Paketquellen). Die Orbot-App gibt es auch bei Google Play.
  • #2 Orbot aktivieren: Nun aktivieren Sie die Tor-Funktion in der App.
  • #3 Apps auswählen: Es lässt sich jede App über das Tor-Netzwerk betreiben. Dazu gehören Ihre E-Mail Dienste wie Securemail, sonstige E-Mails, Google Play, Spiele und weitere Apps. Sie öffnen Orbot und sehen im Feld Tor-enabled Apps eine Liste aller Programme. Nun können Sie diejenigen Apps auswählen, die künftig über Orbot laufen sollen.

Tor-Unterstützung von sozialen Netzwerken

Nicht nur E-Mails können anonym via Tor laufen, wenn der Nutzer den richtigen E-Mail Dienst wie Securemail gewählt hat. Auch Facebook, Twitter und weitere soziale Netzwerke können mit Tor anonym besucht werden. Die Apps dieser Netzwerke und auch einige andere Apps erkennen den Tor-Browser, sie haben hierfür eine eigene Schnittstelle. Wenn auf Ihrem mobilen Endgerät Orbot installiert ist, erkennen das diese Apps. Sie lassen dann den Datenverkehr automatisch über Tor laufen. Neben Facebook und Twitter gehören zu diesen Apps unter anderem diejenigen der Plattform F-Droid der Suchmaschine DuckDuckGo. Das ist sinnvoll, wie Experten anmerken. Die Apps mit der expliziten Tor-Unterstützung laufen an sich reibungsloser. Auch haben sich die Entwickler dieser App meistens darüber Gedanken gemacht, welche Daten insgesamt übertragen werden. Überflüssige Daten haben sie reduziert, was den Datenfluss minimiert.

E-Mails mobil in unsicheren WLANs via Tor versenden

Allzu oft befinden wir uns in einem unsicheren WLAN und möchten eine E-Mail verschicken. Die Zahl dieser WLANs nimmt immer mehr zu. Früher stellten nur Flughäfen und einige Restaurants oder Cafés ein WLAN bereit, heute gibt es dieses in vielen Supermärkten und sonstigen Geschäften oder auch bei Behörden, in Schulen, Kirchen und an weiteren Orten. Das ist zwar prinzipiell zu begrüßen, doch gerade hier könnte eine versendete oder auch empfangene E-Mail abgefangen werden. In welchem Umfang die Betreiber ihre Netzwerke verschlüsseln, ist oft nicht ganz klar. Experten empfehlen daher, beim Surfen sowie der Nutzung von Messengers und E-Mail Diensten hier den Tor-Browser zu verwenden.

Zusätzliche Sicherung Ihrer E-Mails

Unser E-Mail Dienst sichert Ihre E-Mails natürlich noch zusätzlich ab. Wenn nämlich eine E-Mail den letzten Tor-Knoten verlassen hat, wäre sie wieder ungeschützt, falls jemand auf dem Weg von diesem Knoten zu Ihrem Smartphone versucht, die Daten abzufangen. Daher erfolgt für Ihre E-Mails zusätzlich die transportverschlüsselte Datenübertragung. Unser E-Mail Dienst verschlüsselt Ihre Daten von Ihrem mobilen Endgerät bis zur Datenbank oder dem Server für E-Mails mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Wie wichtig ist der anonyme, mobile Versand von E-Mails?

Die Bedeutung verschlüsselter E-Mails, deren Inhalt nicht einmal der E-Mail Dienst einsehen kann, dürfte uns allen heutzutage klar sein. Spätestens der NSA-Skandal hat im Jahr 2013 überdeutlich aufgezeigt, wie leicht es ist, uns alle zu überwachen. Seither ist die Zahl der möglichen Verschlüsselungstechniken exponentiell gewachsen, doch viele von ihnen haben einen entscheidenden Nachteil: Sie verlangen eine relativ umständliche Einrichtung, die eigentlich nur am PC oder Mac funktioniert. Daher ist es höchst bedeutsam, mit dem Tor-Netzwerk eine Möglichkeit zu haben, wie die E-Mails auch mobil relativ unkompliziert zu verschlüsseln sind, wobei der Absender anonym bleibt. Das ist übrigens auch wünschenswert aus Gründen der Datensparsamkeit, welche die DSGVO (europäische Datenschutzgrundverordnung) zwingend verlangt. Aus Sicht der europäischen Datenschützer sind anonyme E-Mails oder zumindest die Anmeldung zu einem Account mit Pseudonym wünschenswert. Es gibt zwar schon länger entsprechende Konzepte wie Remailer, Mixmaster und kostenlose Webmailer, doch diese werden vorrangig von Kriminellen und Spammern genutzt, die ihre Spuren verwischen möchte. Tor ist hingegen ein von Staaten, Universitäten und Non-Profit-Organisationen unterstütztes Netzwerk, das vielfach für seine Unterstützung von Dissidenten und kritischen Journalisten ausgezeichnet wurde. Diese Menschen, aber auch wir alle, die wir keinen Spam, keine Viren, keinen Hack und auch keine Überwachung durch Behörden wünschen, versenden unsere E-Mails immer häufiger mobil. Wer sich ein wenig auskennt, kann durchaus unterbinden, dass man ihn über das Handy ortet. Hierfür ist ein Netzwerk wie Tor erforderlich.

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