Die Digitalisierung der Welt

Die Digitalisierung der Welt schreitet unaufhaltsam voran. Im Jahr 2018 umfasste die globale Datensphäre 33 Zettabyte. Man vermutet, dass sie bis zum Jahr 2025 auf 175 Zettabyte anwachsen wird. Von diesen gigantischen Datenmengen dürften etwa 30 % permanent in Echtzeit bearbeitet werden. Unternehmen müssen sich heute fragen, ob sie dafür bereit sind. Wenn sie Edge Computing planen, haben sie dafür mehrere Schlüsselfaktoren zu berücksichtigen. Eines steht fest: Daten sind der Rohstoff der Zukunft. Firmen, Behörden, sämtliche sonstigen Organisationen und Privatanwender benötigen eine robuste Dateninfrastruktur.

Gegenwärtige und künftige Datennutzung aus Sicht der beteiligten Personen

Im Jahr 2020 dürften rund 5,2 Milliarden Personen weltweit täglich mit Daten interagieren. Diese Zahl könnte bis 2025 auf über 6 Milliarden anwachsen, die dann wahrscheinlich 75 % aller Menschen auf der Welt repräsentieren. Zu diesem Zeitpunkt dürfte Schätzungen zufolge jede Person mit der Möglichkeit des Onlinezugriffs durchschnittlich alle 18 Sekunden ins Netz gehen. Hinzu kommen die Daten der Milliarden von IoT-Geräten. Diese sind schon jetzt weltweit miteinander vernetzt. Im Jahr 2025 dürfte allein die von ihnen übertragene Datenmenge rund 90 ZB betragen, was dann über die Hälfte der Gesamtdatenmenge ausmachen würde.

Einfluss der Digitalisierung auf unser Leben

Auch wenn wir jetzt schon das Gefühl haben, dass unser Leben vollständig digital durchdrungen ist, dürfte diese Durchdringung in den kommenden Jahren und Jahrzehnten noch deutlich zunehmen. Experten machen die Hauptproblemstellung dabei nicht in der Entwicklung neuer Geräte aus, die sich zwar weiterentwickeln werden, aber dabei kaum Schwierigkeiten erzeugen. Der Fokus liegt vielmehr auf der Integration der intelligenten Daten in unsere Arbeits-, Geschäfts- und Lebensprozesse. Die Netze und ihre Struktur benötigen heute das größte Augenmerk. Sie schlafen nie, durch künstliche Intelligenz agieren sie ständig. Die Bedeutung von KI wird immer weiter zunehmen und die heute schon vorhandene Automatisierung des Wirtschaftslebens auf ein vollkommen neues Niveau heben. Es gibt Experten, die vermuten, dass zum Ende des Jahrhunderts niemand mehr in einer Fabrikhalle arbeitet. Der Weg dorthin hat schon im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts begonnen, doch die Entwicklung beschleunigt sich durch das IoT seit dem frühen 21. Jahrhundert. Menschenleere Fabrikhallen bedeuten übrigens nicht Massenarbeitslosigkeit: Für die Beschäftigten des 21. Jahrhunderts ergeben sich vollkommen neue Arbeitsaufgaben in der Wissensgesellschaft. Jedoch müssen traditionelle Paradigmen überdacht werden. Diese betreffen die Produktion und die Kosumtion gleichermaßen. So werden schon jetzt Besitzstände überdacht: Das Auto etwa als Statussymbol verliert drastisch an Bedeutung. Autos werden geliehen, für die Nutzung werden sie geteilt, besitzen möchten sie immer weniger Menschen. Sie sollen vor allem praktisch und umweltfreundlich sein. Dies ist nur ein Beispiel für die Änderung unserer ethischen, moralischen und gesellschaftlichen Normen, die durch die Digitalisierung und die damit verbundene Änderung der Wertschöpfung angestoßen wird. Es gibt auch Änderungen, die uns beunruhigen können:

  • Aufgrund besserer Möglichkeiten durch die Digitalisierung entwickeln sich Wissenschaftsfelder wie die Genforschung, die anderswo in der Welt (unter anderem in den USA) längst zu Geschäftsfeldern geworden sind. Diese sind in vielen Bereichen umstritten, so in der Landwirtschaft oder auch im Healthcarebereich. Europa muss sich entscheiden, auf welche Weise es diesem Weg folgt. Wie immer gilt: Fortschritt lässt sich nicht aufhalten, doch er braucht einen juristischen Rahmen.
  • Digitale Möglichkeiten des Profilings beeinflussen Gesundheitsrichtlinien, Versicherungsprämien und Ehegattenentscheidungen.
  • Die gesamte Unterhaltungsbranche wird schon länger durch digitale Möglichkeiten buchstäblich umgekrempelt.
  • Virtual-Reality-Technologien können uns jetzt schon in eine digitale Realität versetzen. Bei fortschreitender Technik könnten sich Menschen dafür entscheiden, in dieser Realität den größten Teil ihres Lebens zu verbringen, wenn ihnen das physische, reale Leben zu trist erscheint.

Drei Hauptbereiche der Digitalisierung

Unternehmen nutzen heute digital verarbeitete Daten für die Produktion, für bessere Kundenerlebnisse, für neue Vermarktungsstrategien, für die Ausbildung ihrer Mitarbeiter und nicht zuletzt für verbesserte Geschäftsprozesse. Wer mit der Digitalisierung Schritt hält, erlangt Wettbewerbsvorteile und rüstet sich für die Zukunft. Die Erweiterung der globalen Datensphäre endet nicht. Es gibt für sie drei Hauptbereiche:

  • #1: Der Kern ist das Cloud-Rechenzentrum.
  • #2: Ein essenzieller Randbereich ist die digitale Infrastruktur der Unternehmen.
  • #3: Die Endpunkte der Datenverarbeitung sind die Endgeräte wie PCs, Smartphones, Tablets und IoT-Geräte.

In jedem dieser Bereiche wachsen die Datenmengen. Daraus resultieren ständig wachsende Anforderungen an die Netze und an die Speicher. Die im Jahr 2018 ermittelte Speicherkapazität lag bei 33 ZB Gesamtkapazität der Daten bei rund 22 ZB. Das bedeutet, dass 11 ZB (ein Drittel aller Daten) ständig im Netz unterwegs sind.

Eine Unternehmensrenaissance an

Das Gros der weltweiten Daten liegt heute bei Wirtschaftsunternehmen. Diese sind die Datenverwalter der gesamten Welt. In der jüngsten Vergangenheit hat eine Verschiebung der Datenspeicherung von physischen Datenträgern in die Cloud stattgefunden. Das ging mit einem erhöhten Vertrauen der Nutzer in die Clouddienste einher. Nur diese bewältigen vielfach noch die gigantischen Kapazitäten, die für bestimmte Dienste wie das Online-Video-Streaming, die Datenanalyse oder auch Back-ups erforderlich sind. Die Rechenzentren wachsen ständig, womit die professionellen und privaten Nutzer der Daten zunehmend die Verantwortung für deren Sicherheit und auch den Datenschutz auf die Unternehmen übertragen. Alledings dominiert die Cloud noch nicht die globale Datenspeicherung. Deutlich mehr als die Hälfte aller Daten liegen nach wie vor auf Unternehmensservern und behördlichen oder privaten Rechnern. Im Jahr 2025 soll dann die Cloud eine dominierende Rolle einnehmen: Ihr Anteil an der gesamten Datenspeicherung dürfte die Marke von 50 % überschreiten.

Unterschiede zwischen einzelnen Branchen bei der digitalen Transformation

Einzelne Branchen entwickeln sich bei der globalen Digitalisierung unterschiedlich schnell. Das Analyseunternehmen IDC hat für eine Beurteilung dieser Entwicklung einen DATCON-Index entworfen (DATa Readiness CONdition). Dieser beurteilt folgende Faktoren:

  • Ausbau der Datenanalyse
  • Ebenen der Datenverwaltung
  • Datennutzung
  • Führungs- und Monetarisierungsfähigkeiten im digitalen Bereich

Bei der Untersuchung der vier Branchen Finanzdienstleistungen, produzierendes Gewerbe, Gesundheitswesen und Medien/Unterhaltung stellte IDC fest, dass das produzierende Gewerbe die Digitalisierung bislang am weitesten vorangetrieben hat. Dahinter stehen vorrangig Investition in das IoT. Gefolgt werden die Produzenten von den Finanzdienstleistern, auf den Plätzen 3 und 4 rangieren in diesem speziellen Vergleich das Gesundheitswesen und die Medien. Letztere benötigen nach Auffassung der Autoren noch deutliche Unterstützung bei ihrem Übergang zur Digitalisierung. Das mag vom öffentlichen Bild abweichen, weil wir die Medien als ständig präsent wahrnehmen und dabei auch ihre Digitalisierung beobachten. Doch das IoT bei den Produzenten ist demgegenüber schon deutlich fortgeschrittener.

Unterschiedliche Entwicklung in einzelnen Weltregionen

Die digitale Transformation schreitet in einzelnen Weltregionen unterschiedlich schnell voran. Eine Vorreiterrolle beim Wachstum nimmt gegenwärtig (2020) China ein. Die gesamte Datensphäre des Landes dürfte bis 2025 um jährlich ~30 % wachsen, was deutlich mehr ist als in Europa, den USA, den APJxC-Staaten (Asien-Pazifik-Staaten inklusive Japan, exklusive China) und dem Rest der Welt. China investiert in Relation zu seinem BIP am meisten in die Entwicklung der digitalen Infrastruktur. Dieses Ungleichgewicht sollte nach Auffassung von Experten die entwickelten westlichen Länder beunruhigen und zu mehr Anstrengungen ermuntern.

Bedeutung der Digitalisierung für private Verbraucher

Unser Konsum ist zunehmend mit digitalen Technologien verflochten. Das nehmen wir nicht in jedem Fall wahr, weil wir nicht wissen, wie digital (IoT-gesteuert) die Produktion vieler unserer Verbrauchsgüter heute schon funktioniert. Was wir merken, ist das Voranschreiten der Digitalisierung beim Medienkonsum, bei unserer privaten Kommunikation, im Gesundheitswesen und auch beim Service der Unternehmen. Doch abseits dieses Wahrnehmungsauschnitts, der die wahre digitale Realität nur ungenügend abbildet (siehe oben Medien: eigentlich kein Vorreiter der Digitalisierung) verändern digitale Technologien schon jetzt unser privates Leben, unsere Berufswelt und in hohem Maße unsere Freizeitgestaltung. Die Unternehmen stellen sich darauf ein, agieren deutlich agiler als früher und bemühen sich permanent um Verbesserungen der Kundenerfahrungen.

Fazit

Die Wirtschaft stützte sich schon immer auf Daten, doch seit dem beginnenden 21. Jahrhundert gibt es eine digitale Revolution. Sämtliche Akteure, allen voran aber die Wirtschaftsunternehmen, müssen sich dieser Entwicklung stellen. Unter Beachtung der einschlägigen Datenschutzrichtlinien müssen sie bestrebt sein, möglichst viele Daten zu sammeln, gut strukturiert zu verwalten und für ihr Geschäft zu nutzen. Wer diese Entwicklung verschläft, wird alsbald vom Wettbewerb abgehängt.

https://www.seagate.com/de/de/our-story/data-age-2025/

“hide your digital identity and stay smart”

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